Kaltennordheim, Altbergbau: Grube "Carl-August-Zeche" und Grube
Titel:
Kaltennordheim, Altbergbau: Grube "Carl-August-Zeche" und Grube
Fundort:
Kaltennordheim
Gemeinde:
Kaltennordheim
Landkreis:
Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Koordinaten:
10.129705, 50.624947 (ö.L/n.B, WGS84, Dezimalgrad)
Datierung(en):
Klassifikation:
Literatur:
Weise, Gerhard
:
Braunkohlevorkommen in der thüringischen Rhön und ihre Nutzung,
Geowissenschaftliche Mitteilungen von Thüringen,
2005,
Weise, Gerhard: Braunkohlevorkommen in der thüringischen Rhön und ihre Nutzung.
GVK
Gümbel, Frank
:
Tertiäre Fossillagerstätten in der thüringischen Rhön,
Neue Ausgrabungen und Funde in Thüringen,
2007,
Gümbel, Frank: Tertiäre Fossillagerstätten in der thüringischen Rhön.
GVK
Voigt, Johann Carl Wilhelm
:
Mineralogische Reisen durch das Herzogthum Weimar und Eisenach und einige angränzende Gegenden,
in Briefen,
1785,
Voigt, Johann Carl Wilhelm: Mineralogische Reisen durch das Herzogthum Weimar und Eisenach und einige angränzende Gegenden : in Briefen / von Joh. Carl Wilhelm Voigt. (Seite: 124)
GVK
Ostritz, Sven
, :
Speitel, Eva
:
Wartburgkreis, Süd,
Archäologischer Wanderführer Thüringen Heft 12,
2010,
Wartburgkreis, Süd. (Seite: 153-156)
GVK
Enthaltene Objekte (1):
Titel:
Altbergbau
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Der aufmerksame Beobachter entdeckt hier noch verbrochene Stolleneingänge und flache Abraumhalden. In nördlicher Richtung erstreckt sich das Bergbaurevier bis zum Südhang des Windberges, wo die Kohlen später über die Grube "Carl-August-Zeche" (heutiges "Berghaus") abgebaut worden sind. Unterhalb des "Berghauses" ist heute noch die zum Teil verrutschte Abraumhalde erkennbar. Die Spuren der jüngsten Bergbauaktivitäten entdeckt man in einem kleinen Wäldchen nördlich der Straße Richtung Tann oberhalb der ehemaligen Wetterstation. Ein Relikt der letzten Bergbauphase nach dem zweiten Weltkrieg ist die langgestreckte Abraumhalde, über der ehemals die Förderbrücke vom Förderturm bis zum Verladepunkt an der Straße stand.
Beschreibung
In der Rhön entwickelte sich während des Tertiärs im feuchtwarmen Klima eine Wasser- und Sumpfpflanzenvegetation. Deren kohlige Reste blieben, abgedeckt durch vulkanische Aschen und Basaltgesteine, an vielen Stellen als Braunkohlenflöze erhalten. Sie wurden bei Frankenhain und Oberzella, am Hochrain bei Gerstengrund und insbesondere westlich von Kaltennordheim zeitweilig abgebaut und zur regionalen Brennstoffversorgung genutzt. Zu diesen Kohlevorkommen gibt es zahlreiche Akten in den Staatsarchiven, die das wechselvolle Geschehen in den einstigen Kohlebergwerken dokumentieren. Auch tertiäre Tier- und Pflanzenfossilien, die der Bergbau zutage förderte, regen bis heute zu paläontologischen Forschungen an. Die vermutlich ältesten Spuren des Kohleabbaus, der 1701 erstmals urkundlich genannt wurde, findet man am "Alten Berg" zwischen der alten Straße Richtung Tann und einem südlich gelegenen Wäldchen. Johann Karl Wilhelm Voigt schrieb bereits 1785 von "verkrüppelten Bauen der Vorzeit, aus denen man nun wieder ... zu seiner Zeit jährlich bis tausend Stutze Kohlen, der Stutz ohngefähr à ein Centner, ausgefördert, und meistens an die Saline zu Schmalkalden abgegeben... habe". Die Grube war lange Zeit Eigentum des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, zeitweise aber auch in Privathand. Trotz wiederholten, jahrelangen Stilllegungen gelangten beachtliche Mengen Braunkohle u. a. in die Salinen Schmalkalden, Salzungen und Wilhelmsglücksbrunn bei Creuzburg oder auch zur Kupferschmelzhütte Kupfersuhl. 1926 kam der Abbau in dieser Grube zum Erliegen. Am "Bocksküppel" wurde in der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1946/47) ein weiteres Kohlevorkommen erschlossen. Der neu gegründete "Zweckverband Rhönkohle" übernahm den Abbau. In einem unter großen Schwierigkeiten bis auf 42 m abgetieften Schacht traf man zwei Flöze an. Aus dem oberen, bis 1,30 m mächtigen Flöz förderte man 1949 mit 10 Bergleuten 236 t Braunkohle. Bis 1952 diente dieser Schacht zur Erkundung der Tonvorkommen im Liegenden und Hangenden der Flöze.
Karte
Administrative Angaben
In Portal übernommen am:
2025-02-20T08:20:24+01:00
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