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Blick auf das Altenfeld bei Albrechts, mittig der Fahrweg von Albrechts nach Benshausen.
Blick auf das Altenfeld bei Albrechts, mittig der Fahrweg von Albrechts nach Benshausen.
Rechteinhaber: TLDA Weimar

Albrechts, Altenfeld

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Beschreibung

Im Bereich der Gebirgsrandstörung des Thüringer Waldes zum südwestlich angrenzenden Buntsandsteinvorland liegt die überwiegende Zahl der Suhler Erzvorkommen. Im Altenfeld nördlich von Albrechts kommt noch eine geologische Besonderheit hinzu. Hier wurden die Schichten der Zechsteinformation, die ansonsten tief unter dem Buntsandstein verborgen liegen, bei der Gebirgshebung aufgerichtet und mit nach oben geschleift. Heute liegen sie als schmaler Streifen parallel zur Randstörung an der Tagesoberfläche, erkennbar an der deutlich andersartigen natürlichen Vegetation. Inmitten der Zechsteinabfolge wurden bergmännisch drei verschiedene Produkte gewonnen. Untertägig erfolgte der Abbau von limonitischen Eisenerzen, die sich sedimentär inmitten ehemaliger Karsthohlräume in schlottenartigen Nestern angereichert hatten. Die Zeche „Glückstern“ mit Wilhelm- und Hermann-Stollen war Anfang des 19. Jahrhunderts die wichtigste Grube im Altenfeld. Doch auch zuvor gab es verschiedene bergmännische Versuche. Sogar auf den Farbstoff Umbra als Relikt erdig verwitterter Erze wurde gebaut. Der zweite Bergbaugegenstand war Kalkstein. Bestimmte Schichten innerhalb der Zechsteinkalke eigneten sich hervorragend zur Herstellung von Branntkalk für das Baugewerbe. Die rinnenförmig langgestreckten, mehrere Meter tiefen Gewinnungsstätten stellen markante Objekte im Wald dar. In einer kalkarmen Gegend, wie es die Gemarkung Suhl ist, war die Verfügbarkeit solch elementarer Baustoffe von großer Bedeutung, beispielsweise für den Wiederaufbau der Stadt nach der großen Brandkatastrophe von 1753. Die Kalk- und Ziegelhütte im Altenfeld bot schließlich noch ein weiteres Produkt feil: gebrannte Ziegel, deren Ton ebenfalls aus Zechsteinschichten stammte, den sogenannten Letten. Die kesselförmigen, tagebauartigen Gewinnungsstellen finden sich im Wald unmittelbar hinter den Fundamentresten der ehemaligen kleinen Siedlung.

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